Keine einfache Lösung in Sicht
Diskutierten mit ihren Zuhörern über die Flüchtlingspolitik: die CDU-Politiker Björn Thümler, Ansgar Focke, Astrid Grotelüschen und Bernhard Collin (von links).Den Vorwurf aus dem Kreise der etwa 60 Zuhörer, die zur öffentlichen Versammlung des CDU-Kreisparteiausschusses gekommen sind, die deutschen Politiker vermittelten ein Gefühl der Hilflosigkeit und spielten damit Parteien mit angeblich schnellen Lösungen in die Hände, lässt der Landtagsabgeordnete nicht stehen. Europa sei dabei, die nordafrikanischen Grenzen zu stabilisieren und auch die Türkei gelte es als „Pfropfen auf der Flasche“ einer ungebremsten Einwanderung aus Syrien, Afghanistan und Pakistan zu unterstützen.
Wichtig sei jetzt, so Thümler, dass auch die Bundesländer ihrer Zuständigkeit bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber nachkommen. Als er Zahlen nennt, geht ein Raunen durch den Saal: derzeit sind demnach etwa 60 000 Asylbewerber dezentral in niedersächsischen Kommunen untergebracht. 20 000 seien eigentlich ausreisepflichtig, in 15 000 Fällen gebe es aber eine Duldung. Von den verbliebenen 5000 n seien im Oktober faktisch nur 89 Flüchtlinge abgeschoben worden, 600 weitere gegen eine Zahlung von 1800 Euro pro Person freiwillig ausgereist.
Thümler sieht nur einen Weg: Asylbewerber aus dem Westbalkan „zügig zurückbringen“, Erstaufnahme und Gesundheitscheck deutlich beschleunigen – und die Flüchtlinge integrieren. „Unsere Sprache und unsere Werte vermitteln.“ Den Deutschen könne das gelingen, denn die Hilfsbereitschaft der Menschen sei beeindruckend und überall zu spüren.
(NWZ v.20.11.2015)