CDU Kreisverband Oldenburg-Land

Pflegeverstärkungsgesetz II

Der Kreisvorstand der Senioren-Union der CDU Oldenburg-Land befasste sich auf der letzten Sitzung mit dem Thema „Pflegeverstärkungsgesetz II“. Herr Holtvogt, Landessozialsekretär der CDA und Landesgeschäftsführer der CDU Oldenburg, informierte die Mitglieder über die Neuerungen dieses Gesetzes „Mehr Hilfe für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen“. Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wird in diesem Gesetz neu definiert. In Zukunft werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen berücksichtigt: -Hilfen zum Erhalt der Selbstständigkeit -Unterstützung zum Erhalt der verbliebenen Fähigkeiten -Hilfen für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz „Demenz“.
Bei der Begutachtung betrachtet man den Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen: 1.Mobilität 2.Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 3.Verhalten und psychische Problemlagen 4.Selbstversorgung 5.Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen 6.Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte, die unterschiedlich gewichtet werden. Aus dieser Betrachtung ergibt sich eine Gesamtbewertung, die schließlich den tatsächlichen Unterstützungsbedarf sowie die Einstufung in einen der fünf neuen Pflegegrad ergibt. Dies bedeutet, dass auch an Demenz erkrankte Menschen in eine der fünf Pflegegrade eingestuft werden und somit eine angemessene Unterstützung erhalten. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. Das neue Begutachtungsverfahren sowie die Umstellung der Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden zum 1. Januar 2017 wirksam. Bereits Anfang 2015 wurde mit dem Pflegeverstärkungsgesetz I die Unterstützung für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen merklich ausgeweitet. Ab 2017 stehen für die Pflege jährlich 5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die derzeitige finanzielle Konstellation/Kalkulation macht es möglich, dass die Beitragssätze bis ins Jahr 2022 stabil bleiben können. Bezüglich der Unterstützung der Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen stehen umfangreiche Leistungen zur Verfügung: -Pflegegeld für die häusliche Pflege -Ansprüche auf Pflegesachleistungen -Pfleghilfsmittel -Pflege bei Verhinderung einer Pflegeperson -Teilstationäre Leistungen der Tages- und Nachtpflege -Kurzzeitpflege -Zusätzliche Leistungen für Pflegbedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen -Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnungsumfeldes -Leistungen bei vollstationärer Pflege -Pflege in vollstationären Einrichtungen für behinderte Menschen -Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Beratung und Koordinationshilfe rund um die Pflege Damit die Pflegedürftigen und ihre Angehörigen auch die ihnen zustehenden Leistungen erhalten und/oder in Anspruch nehmen können, wurden 2008 sogenannte Pflegestützpunkte in den Kommunen eingerichtet. Im Landkreis Oldenburg-Land ist der Pflegstützpunkt im: Kreishaus Wildeshausen Delmenhorster Straße 6 27793 Wildeshausen Telefonisch erreichbar 04431 85603 Montag bis Donnerstag 08:00 bis 15:00 Uhr Freitag 08:00 bis 13:00 Uhr Die Beratung ist neutral, kostenlos, persönlich oder telefonisch und umfasst: -Persönliche Beratungsgespräche -Hilfe bei der Beantragung des Pflegegeldes -Hilfe bei der Finanzierung ihres Pflegebedarfs -Umfassende Informationen über vorhandene Unterstützungsangebote, wie z.B. über ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfen -Angebote zur Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger -Demenzberatung -Beratung zur Anpassung des Wohnumfeldes -Erstellung eines individuellen Hilfeplans -Vermittlung und Koordination der einzelnen Hilfsangebote -Einbindung von Netzwerken, wie z.B. Ehrenamt und Selbsthilfegruppen. Weitere Einzelheiten können in einem persönlichen Gespräch im Pflegstützpunkt im Kreishaus Wildeshausen erfragt werden. Die Aktivitäten in den einzelnen Gemeindevereinigungen sind sehr kreativ und reichen von Diskussionen über aktuelle politische Themen, interessanten Besichtigungen heimischer Firmen sowie Senioreneinrichtungen. Bei der Mitgliederentwicklung steht die Kreisvereinigung gut dar und verzeichnet derzeit eine wachsende Mitgliedschaft.