Bescherung in der CDU-Kreisgeschäftsstelle (v.l.): Ansgar Focke, Elke Brunotte, Uwe Schubert, Edda Masemann, Horst Looschen, Andrea Biller, Heike Kersting, Rita Manietta, Rainer Heinken und Wolfgang Sasse.CDU übergibt Spenden an Sozialamtsleiter – Massive Kritik an aktueller Entwicklung
Freude über die gelungene Sammelaktion von Spielzeugspenden, aber auch viel Frust über Unzulänglichkeiten bei der Flüchtlingsunterbringung klang am Freitag bei der Übergabe zahlreicher Spielzeugspenden in der CDU-Kreisgeschäftsstelle durch.
Zwei Kartons pro Gemeinde prall voll mit Kuscheltieren und Spielzeug nahmen die Leiter der diversen Ordnungs- und Sozialämter vom CDU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Ansgar Focke in Empfang. Weitere werden folgen, da unter anderem die Seniorenunion am Donnerstag noch Kartons abgegeben hat. „Als wir die Aktion gestartet und alle 1000 Mitglieder im Landkreis angeschrieben haben, wussten wir nicht, was uns erwartet, aber mit soviel Hilfsbereitschaft haben wir nicht gerechnet“, freute sich Focke. Nun sollen die Puppen, Teddys, Puzzles und Spiele noch vor Weihnachten von den Sozialamtsmitarbeitern an die Flüchtlingskinder in den Gemeinden verteilt werden. Aktuelle Probleme Im Bewusstsein, damit keine grundlegenden Probleme zu lösen, aber ein wichtiges Zeichen für Mitmenschlichkeit zu setzen, nutzten die Sozialamtsleiter das Zusammentreffen, um Probleme in der aktuellen Flüchtlingsarbeit zu benennen. Uwe Schubert von der Gemeinde Hude sah den Landkreis bei der Flüchtlingsaufnahme „inzwischen ganz gut aufgestellt“, aber nach wie vor würden private Vermieter gesucht. In Hude sei man derzeit mit 80 Plätzen für 60 Flüchtlinge gut gerüstet. Nächste Woche komme jedoch die neue – höhere – Quote vom Land. Ewig werde deshalb die dezentrale Unterbringung wohl nicht glücken. Auch an der extrem kurzen Vorlaufzeit von oft nur einer Woche bei der Unterbringung der Flüchtlinge entzündete sich die Kritik der Sozialamtsleiter. Neben einem längerem Vorlauf wünschen sie sich konkretere Angaben zu den Flüchtlingen, um zum Beispiel religiöse Konflikte in den Unterkünften zu vermeiden. Schubert schloss die Bitte an, Flüchtlinge zu schicken, die auch eine Chance hätten, hier zu bleiben, also nicht aus als sicher geltenden Herkunftsländern kommen oder bereits in einem anderen Land einen Asylantrag gestellt haben. Verschleiß von Helfern „Durch den stetigen Wechsel verschleißen wir unsere Ehrenamtlichen“, mahnte auch Rainer Heinken von der Gemeinde Ganderkesee und regte die Etablierung von Integrationslotsen an. Amtskollege Schubert ergänzte, dass das Ehrenamt hier ohnehin nur ergänzend und nicht ersetzend arbeiten könne. Hude habe deshalb eine neue halbe Stelle geschaffen. Als viel zu gering kritisierte er die Jahrespauschale von 6000 Euro pro Flüchtling. Damit sei Niedersachsen bundesweit ganz weit hinten. Hinzu käme, dass wenn ein Flüchtling zum Beispiel im April zugewiesen und im Oktober bereits wieder ausgewiesen werde, der Landkreis für ihn überhaupt kein Geld bekäme. Wie Focke konstatierte, lege der Kreis deshalb allein in diesem Jahr einen geschätzten Fehlbetrag von 1,39 Millionen Euro aus. Um die Last für die Kommunen zu mildern, habe seine Partei deshalb beantragt, zusätzlich zu den 6000 Euro pro Flüchtling die Krankheitskosten, die durchschnittlich noch mal 1500 Euro betragen, „spitz“ abzurechnen. „Das bedeutet allerdings Mehrkosten für das Land von rund 23 Millionen Euro, mal sehen, wie weit wir damit kommen“, so der Oppositionspolitiker. Mit nach Hannover nahm er auf jeden Fall auch die von Heinken stellvertretend für die übrigen Verwaltungsexperten geäußerte Bitte, „die Flüchtlinge nicht einfach bis ins letzte Glied durchzuschieben, sondern sich schon vorher Gedanken zu machen.“ (NWZ v.13.12.2014)