Sorgen klangen durch, als CDU-Ortsunion-Vorsitzender Ralf Wessel am Donnerstag auf Folgen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu sprechen kam. „Drastische Mietpreissteigerungen“ seien in Ganderkesee zu beobachten, im Immobilienbereich entwickele sich eine Blase. Ob denn in der Geldpolitik eine Änderung zu erwarten sei? Eine Antwort gab ein Mitglied des Europäischen Parlaments: Burkhard Balz, Währungs- und Finanzexperte der EVP-Fraktion, war zum Meinungsaustausch ins CDU-Büro in der Rathausstraße gekommen.
Tauschten sich im Ganderkeseer CDU-Büro aus (von links): Cindy Klüner, Burkhard Balz, Ralf Wessel, Ansgar Focke und Günter Westermann Der Europaabgeordnete, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung, machte allerdings wenig Hoffnung auf eine schnelle Änderung. „Es wird weiter billiges Geld geben“ – zumindest in den nächsten drei Jahren. Denn die Niedrigzinspolitik sei die Politik von EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Amtszeit erst am 31. Oktober 2019 ende. Balz nahm bei dem Gespräch, an dem auch der Landtagsabgeordnete Ansgar Focke, die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Cindy Klüner und Günter Westermann als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion teilnahmen, auch zu Folgen des Brexit für die Region Stellung. Für Niedersachsen sei Großbritannien nach den Niederlanden der zweitwichtigste Handelspartner. Für viele hiesige Firmen sei es wichtig. „wie es da weitergeht“. Was für Balz feststeht: „Die Zeit der Sonderrabatte für Großbritannien ist definitiv vorbei.“ Das müsse auch für die anstehenden Austrittsverhandlungen gelten.