Für streitbaren Abgeordneten ist die Welt aus den Fugen
Mittelständler und prominenter Gast: (von links) Bernd Wintermann, Gregor Holtrup, Astrid Grotelüschen, Wolfgang Bosbach, Anne-Marie Glowienka, Ralf Wessel und Ingo Hermes„Ich bin das erste Mal hier bei meiner fleißig arbeitenden Bundestagskollegin und ich bin gern hier“, führte sich Bosbach sich bei der Jahreshauptversammlung der Mittelstandsvereinigung der Union am Sonnabend im Haaster Krug in Sage ein.
Frieden, Hoffnung, Freiheit, Wohlstand und ein Kriegsende, das 70 Jahre zurückliege, sollten jeden glücklich stimmen. „Aber die Welt scheint aus den Fugen zu geraten. Und dennoch haben wir in Deutschland bei allen Problemen immer noch Glück, hier arbeiten und leben zu dürfen“, hob Wolfgang Bosbach hervor. „Das ist unseren Eltern und Großeltern zu verdanken. Wiederaufbauer, Mittelständler und Menschen, die Wohlstand bis heute ermöglicht haben.“
„Wir dürfen die Menschen nicht enttäuschen, die ein hohes Maß an Partei-Verdrossenheit zeigen, aber nicht an der Politik“, mahnte Bosbach an. Dazu gehöre auch, um unterschiedliche Meinungen zu ringen. Das Wort alternativlos gebe es nicht.
Er sprach vom Erfolg der Wiedervereinigung, vom Ukraine-Konflikt, nur zwei Flugstunden entfernt, und dem damit verbundenen Versuch, erstmals Grenzen nach dem II. Weltkrieg mit militärischen Mitteln neu zu ziehen. „Das können wir auf gar keinen Fall zu lassen. Neue Länder hätten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion gefunden, „aber nur, weil die Bevölkerung es so wollte.“
Die Ausbreitung des Islamischen Staates, 51 Mio. Flüchtlinge weltweit und die Aufnahme von rund 300 000 Flüchtlingen in diesem Jahr sprach Bosbach ebenso an wie die Zuwanderung. Zuwandern ja, aber nur nach der Rechtsordnung der BRD. „Hier bei uns gilt nicht die Scharia. Wer das meint, hat sich das falsche Land ausgesucht“, sagte Bosbach.
Und auch das Griechenlandthema ließ er nicht aus, ein Land, für das er angesichts der Schulden kaum eine Möglichkeit sieht. Bosbach: Immer nur neue Kredite kaufen, bringe zwar Zeit, aber helfe nicht. Im Umkehrschluss gelte dass auch hierzulande. Er mahnte, den Generationen nicht einen noch größeren Schuldenberg zu vererben und das Prinzip Handlung und Haftung nicht aufzuweichen. „Zwei Dinge, die zusammengehören.“
Nach den Abschiedsworten „Glück auf!“ leitete Astrid Grotelüschen zu den Regularien über. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde der MIT-Vorstand wiedergewählt.
Erneut erhielt Grotelüschen das Vertrauen als erste Vorsitzende. Stellvertreter sind Anne-Marie Glowienka und Ingo Hermes, Schatzmeister Bernd Wintermann, Beisitzer Gregor Holtrup, Ralf Wessel und Stefan Wachholder.
(NWZ v. 20.04.2015)