Rekordhalter „ein Gentlemen der Politik“
(v.l.) A. Grotelüschen MdB, H.Wöbse, Chr. Plate, J.Grätz, B.Schwarting, E.Heinje, H.Runge, H.-H.Hubmann,M.Huck und G.WestermannIm Land Niedersachsen hält er wohl einen einsamen Rekord: Seit genau 40 Jahren gehört Bernard Schwarting (CDU) aus Schlutter dem Kreistag des Landkreises Oldenburg an. „Du warst immer ein Vorbild“, sagte Hans-H. Hubmann, ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender und Ganderkeseer Bürgermeister, am Freitag im Rahmen einer Feierstunde der CDU-Kreistagsfraktion in Kirchhatten.
Weil im Zuge der Gebietsreform einige Abgeordnete aus Stuhr und Hasbergen den Kreistag verlassen mussten, gehörte Schwarting zu den fünf Nachrückern. „Damals konnte ich gerade einmal über den Tisch gucken“, sagte der aktuelle CDU-Fraktionsvorsitzende Herwig Wöbse. Er überreichte, neben Blumen und Spirituosen, die Konrad-Adenauer-Medaille in Silber an seinen 80-jährigen Kreistagskollegen.
Schwarting war zudem 20 Jahre lang im Gemeinderat Ganderkesee (1986-2006) und ist hier Ehrenratsherr. Hinzu kommen weitere ehrenamtliche Tätigkeiten: 25 Jahre Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes (1976-2001), zwölf Jahre Vorsitzender des Schützenvereins Hoyerswege (1975-1987), elf Jahre Schriftführer des Reitervereins Ganderkesee (1963-1972) und sogar Schöffe am Land- und am Amtsgericht. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Kreistags und auch Vorsitzender des Strategie-, Wirtschafts- und Zukunftsausschusses.
Er sei immer „ein Mann der leisen Schritte“ gewesen, sein Rat ist stets gefragt, sagte Hubmann in seiner Laudatio. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Köpke wies darauf hin, dass Schwarting in seiner Amtszeit vier Oberkreisdirektoren, vier Landräte und sieben Fraktionschefs erlebt habe. „Politisch bist Du immer ein Gentlemen geblieben“, so Köpke. Der „Praktiker fürs Bauen und die Wirtschaft“ sei in späten Jahren sogar noch „Botschafter“ geworden: Schwarting liegt besonders die Zusammenarbeit mit dem polnischen Partnerlandkreis Nowomiejski am Herzen.
Schwarting selbst dankte für den fairen Umgang in der Fraktion. Ohne die Unterstützung seiner Ehefrau Gerda sei die politische Karriere aber nicht möglich gewesen. Sie war es auch, die ihn 1982 gemeinsam mit einem Pfleger aus der Klinik zur entscheidenden Abstimmung über die Kreissitzverlegung brachte. „Wir können Dich noch gut gebrauchen“, ermunterte Köpke seinen Kollegen, bei der nächsten Wahl erneut anzutreten. Schwarting hielt sich die Entscheidung offen: „Für mich beginnt das Leben erst.“
(NWZ v. 01.03.2014